Internationale Gesellschaft für Neue Musik


Ensemble Polysono

Pressetext / Beschreibung der Polysonotournee 2019: Musik der Dringlichkeit
„Kunst kommt nicht von Können, sondern von Müssen.“ Dieses Zitat von Arnold Schönberg belegt eindrücklich, daß Künstler im Grunde vom Schicksal Getriebene sind, die sich ihre Kunst nicht aussuchen, sondern die ausgesucht werden, um etwas zu vollbringen, was vollbracht werden muß.
„Ein Buch sucht sich seinen Autor“. Dieses geflügelte Wort aus der Literaturszene kann ebenso für die Komponisten gelten. Ein zu komponierendes Werk sucht sich seinen Komponisten aus. Dieser hat sich als Medium zur Verfügung zu stellen und das Werk nach den Vorgaben der Inspiration oder Intuition zu komponieren. Die erlernte Kompositions-technik kann ihm dabei helfen, diese Aufgabe zu erfüllen, so wie ein Architekturstudium einem Architekten hilft, seine Bauten solide zu konstruieren. Die erlernte Technik kann aber nicht die Inspiration und die Phantasie ersetzen.
„Le feu sacré“, das heilige Feuer, das im Innern eines jeden schaffenden Künstlers brennt bzw. brennen muß, versinnbildlicht die Leidenschaft und ist die Voraussetzung dafür, daß alle notwendigen Kräfte mobilisiert werden, um den schöpferischen Prozeß voranzutreiben und ein Kunstwerk hervorzubringen, das zu bewegen und zu berühren vermag.
Das „Ensemble Polysono“ aus Basel ist spezialisiert auf die Aufführung anspruchsvoller zeitgenössischer Musik und unternimmt jedes Jahr Tourneen durch die Schweiz und einige größere Städte in Europa (u.a. Basel, Bern, Zürich, München, Berlin, Wien, London). Die Programme enthalten sowohl Uraufführungen als auch Wiederaufführungen qualitativ erstklassiger und relevanter Werke. Im Zentrum der Programme stehen immer innovative Ideen und Konzepte, die ihre Spannung aus der dialektischen Auseinandersetzung zwischen verschiedenen ästhetischen Standpunkten beziehen. „Die Vielfalt der Klänge als Programm, das ist schon so etwas wie der Leitfaden des Ensembles Polysono. Diese Basler Formation fällt immer wieder auf mit farbigen und kontrastreichen Programmen.“ (Schweizer Radio DRS, 17.2.2011.)
René Wohlhauser

Christine Simolka, Sopran
In Lörrach geboren, absolvierte sie eine achtjährige Gesangsausbildung bei Nicole Andrich und Raymond Henn in Basel. Daneben besuchte sie zahlreiche Kurse, u.a. bei Kurt Widmer, Andreas Scholl, Hanno Müller-Brachmann und Bobby McFerrin, sowie Opernkurse an der Musik-Akademie Basel. Weiterführende Studien bei Marianne Schuppe und Robert Koller. Regelmäßige internationale Konzerttätigkeit. Christine Simolka pflegt zusammen mit dem Liedbegleiter René Wohlhauser ein breites Repertoire. Nebst Liedern aus Barock und Klassik singt sie hauptsächlich zeitgenössische Musik (u.a. Berio, Henze, Holliger, Rihm, Ferneyhough, Wohlhauser). Als Mitglied des Duos „Christine Simolka, Sopran, und René Wohlhauser, Bariton und Klavier“ und des „Ensembles Polysono“ unternimmt sie jedes Jahr Tourneen durch verschiedene Städte Europas (u.a. Paris, Stuttgart, Hamburg, München, Berlin). Viele Ur- und Erstaufführungen sowie CD- und Radioaufnahmen.

Tatiana Timonina, Flöte
Tatiana Timonina begann ihre musikalische Ausbildung 1998 in Sankt Petersburg, Rußland.
Im Jahr 2008 tritt sie in das Konservatorium Rimsky-Korsakov in Sankt-Petersburg ein.
Ab 2011 studiert sie an der Haute Ecole de musique in Lausanne (Schweiz) mit Professor José-Daniel Castellon und seinen Assistenten Julien Beaudiment, Sandra Latour, Magali Mosnier und Loic Schneider, wo sie einen Bachelor und Master in musikalischer Aufführung erhält. Während dieser Zeit beginnt Tatiana, sich mit der zeitgenössischen Musik auseinanderzusetzen und nimmt bei Jonas Kocher Unterricht in Freier Improvisation, bei Alessandro Ratocci Interpretation mit Live- Elektronik und Kammermusikunterricht bei den Komponisten William Blank und Luca Antignani.
Im September 2016 beginnt sie ihr Studium an der Hochschule für Musik Basel an der Fakultät für zeitgenössische Musik unter der Tutorenschaft von Mike Svoboda. Tatiana ist Gewinnerin von mehreren internationalen Wettbewerben in Rußland, der Ukraine, Finnland und Italien sowie Gewinnerin des Stipendiums "Nicati-de-Luze" in der Schweiz in 2014 und 2016.

Andriy Bandurin, Klarinette
Der 1991 in der Ukraine geborene Klarinettist Andriy Bandurin erhielt bereits als Sechsjähriger seinen ersten Musikunterricht. Er besuchte die „Charkow- Spezialmusikschule“ und schloß sein Studium bei Prof. Walerij Altuchow ab. Seit 2009 setzt er seine Studien in der Schweiz an der Hochschule der Künste Bern bei Prof. Ernesto Molinari fort. Danach studierte er bei Frédéric Rapin an der Haute Ecolé de Musique de Lausanne. Andriy Bandurin ist Preisträger mehrerer internationaler Wettbewerbe in der Ukraine, Rußland, der Schweiz und in Italien. Als Solist und Kammermusiker konzertierte er in diversen Städten der Ukraine, Deutschlands, Österreichs, Frankreichs und der Schweiz und kollaborierte mit mehreren Orchestern wie z. B. der Bayerischen Jungen Philharmonie und dem Bieler Sinfonie Orchester.

Maria Ten, Violine

Maria Ten wurde 1993 in St. Petersburg in Rußland geboren. Sie begann mit sechs Jahren, Violine zu spielen. Maria studierte in einer spezialisierten Musikschule des Staatlichen Konservatoriums St. Petersburg. Mit 17 Jahren trat sie in die Haute École de Musique in Lausanne ein, wo sie bei Prof. Pavel Verninkov zwei Master erlangte. Seit 2016 studiert Maria Streichquartett und Solo-Performance mit Prof. Rainer Schmidt an der Musik-Akademie Basel. Sie ist Preisträgerin einer Anzahl Gesamtrussischer Wettbewerbe, Grandprix-Gewinnerin des Internationalen „Window to Europe“-Wettbewerbs und zweite Preisträgerin des Internationalen Philipp Telemann Violin-Wettbewerbs.

Vladislav Smirnov, Violoncello

Vladislav Smirnov wurde in Sotschi, Rußland geboren, wo er in der Klasse von Emma Nalbandian studierte. Er begann seinen musikalischen Weg im Alter von 11 Jahren. Im Jahr 2012 erhielt er den Platz des ersten Cellos im russischen Jugendorchester unter dem Dirigat von Yuri Bashmet und spielte dort bis 2014. Im Jahr 2013 trat er im Moskauer Frederic Chopin College of Music Performance in die Klasse von Prof. Alexey Seleznev ein und 2015 – an der Musikakademie Basel in die Klasse von Prof. Ivan Monighetti. Er nahm an Meisterkursen von Natalia Shahovskaya, Gustav Rivinius und Petr Kondrashin teil.

René Wohlhauser, Bariton, Klavier und Leitung
In Zürich geboren und in Brienz aufgewachsen. Erfahrungen als Rock- und Jazzmusiker. Hauptsächlich Komponist zeitgenössischer Kunstmusik (u.a. Kammer-, Orchester- und Bühnenwerke). Ausbildung an der Musikhochschule Basel. Kompositionsstudien bei Klaus Huber und Brian Ferneyhough. Kompositionskurse bei Kazimierz Serocki, Mauricio Kagel, Herbert Brün und Heinz Holliger. Weiterführende Klavierstudien bei Stéphane Reymond und Gesangsstudien bei David Wohnlich und Robert Koller. Zahlreiche Aufführungen im In- und Ausland, so u.a. Schauspielhaus Berlin, Nôtre-Dame-de-Paris, Tokyo, Rom, St. Petersburg, sowie an Festivals wie Darmstadt, Odessa, Zürich, Sofia, Cardiff. Viele internationale Kompositionspreise, u.a. . Valentino Bucchi, Rom (1978), Domkapitel Salzburg (1987), Kranichsteiner Stipendienpreis der Internationalen Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt (1988), Ostschweizer Stiftung für Musik und Theater (1990), Förderpreis Luzern (1991), Gesellschaft für musikpädagogische Forschung, Zürich (1992), Swiss Radio International (1996), Förderpreis Basel-Landschaft (1998). 2004 Uraufführung der Oper „Gantenbein“ am Luzerner Theater. Tourneen mit dem «Duo Simolka-Wohlhauser» und dem eigenen «Ensemble Polysono» in Europa. Seit 2013 Beginn der CD-Edition „Wohlhauser Edition“ beim Label NEOS. Gastdozent für Komposition u.a. an den Int. Ferienkursen Darmstadt. Vortragstätigkeiten, Publikationen u.a. in: „MusikTexte“ Köln, „Neue Zürcher Zeitung“, „Darmstädter Beiträge zur Neuen Musik“, „New Music and Aesthetics in the 21st Century“, sowie sein Buch „Aphorismen zur Musik“. Unterrichtet Komposition, Musiktheorie und Improvisation an der Musikakademie Basel (und bis 1991 an der Akademie Luzern) sowie als Professor an der Kalaidos Musikhochschule. Gründer und Leiter des Ensembles Polysono.


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