Internationale Gesellschaft für Neue Musik


Carte Blanche Fabrizio Di Salvo

Das erste Konzert in dieser Saison war ein aus dem letzten Jahr wegen der Coronamassnahmen verschobenes Konzert - die Carte Blanche des Jahres 2020.

Diese CARTE BLANCHE haben wir an den Komponisten und sound artist Fabrizio Di Salvo vergeben, der kürzlich sein Studium im Master in Contemporary Arts Practice (CAP) an der Hochschule der Künste Bern (HKB) abgeschlossen hat. Seine Arbeiten bewegen sich an der Grenze zwischen Experimenteller Musik, Zeitgenössischer Komposition, Installation und Bühnenkunst. Sie konzentrieren sich auf Konzepte, die Modelle aus Politik und sozialem Leben untersuchen. Mehr Infos zu Fabrizio Di Salvo und seinen Werken finden Sie im Text sowie auf der website des Künstlers: https://www.fabriziodisalvo.co...

Fabrizio Di Salvo konnte mit dem Shifter Ensemble (Francesco Palmieri, Giuseppe Mennuti, Ruben Mattia Santorsa, Pietro Paolo Dinapoli), Marie Delprat, Miao Zhao, Stanislas Pili und Sol Bilbao Lucuix im Rahmen seiner Carte Blanche der IGNM Bern den Raum PROZESS am 8. Mai um 20:00 Uhr bespielen.

PROZESS, ein junger Kultur-Ort im Westen Berns soll Spielort für die sonore Welt von Fabrizio Di Salvo sowie alle weiteren Konzerte der diesjährigen Saison sein. Über sein Werk sagt Fabrizio Di Salvo angesichts der momentanen Lage: „Es ist eine aufwühlende Zeit, die wir alle durchmachen und als Komponist frage ich mich, wie man auf so eine ungewisse Zeit künstlerisch reagieren kann. Als Antwort dazu möchte ich meine neue Arbeit diesem Ungewissen widmen.“ So will er die Carte Blanche als Möglichkeit nutzen, mit den Musikerinnen und Musikern zusammen einen Abend zu entwickeln, „der von einer Resilienz geprägt ist (…) und sich dem Moment des Zusammensein widmet.“ 

Dem Konzert war eine 5-tägige Residenz im Veranstaltungsort PROZESS vorausgegangen, in der die Mitwirkenden gemeinsam eine Musik entwickelten, mittels derer sie im akustisch belebten Raum verschiedene Zeitwahrnehmungen etablieren konnten. Dabei markierten vom Komponisten hergestellte Klangplatten den Anfang der Komposition. Diese Klangplatten haben natürliche subharmonische vierteltonartige Klangeigenschaften, die mit Hilfe von Mikrofonen verstärkt wurden. Das Ensemble hat mit Stimme, Perkussion, Bassklarinette, Petzold Flöte und Performance den Raum perkussiv, klanglich und performativ vermessen und seine Resonanzen und Eigenklänge musikalisch und sehr poetisch erforscht.


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